Alle Nachrichten

IAA 2026: Nutzfahrzeuge werden vernetzter und elektrischer

Die IAA Transportation 2026 zeigte, wie Hersteller Elektroantriebe, digitale Flottendienste und spezialisierte Aufbauten im Nutzfahrzeuggeschäft bündeln.

Die IAA Transportation 2026 in Hannover hat Mitte September 2026 den Wandel bei leichten Nutzfahrzeugen deutlich gemacht: Elektroantriebe, digitale Flottensteuerung und einsatzfertige Speziallösungen rücken enger zusammen. Mehr als 140.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich über neue Fahrzeuge, Technologien und Logistiklösungen. Ein zentrales Thema war, dass alternative Antriebe nur mit passender Lade- und Betriebsinfrastruktur schnell skalieren können. VW Nutzfahrzeuge stellte auf seiner Heimmesse den Ausbau zum stärker datengetriebenen B2B-Anbieter in den Vordergrund. Connect Pro bündelt intelligentes Monitoring, vorausschauende Wartung und vernetzte Services, damit Betreiber Fahrzeuge effizienter einsetzen und Standzeiten reduzieren können. Gezeigt wurden unter anderem der neue Caddy Maxi, der neue Multivan, der e-Transporter Kombi und die Caravelle. Der ID. Buzz Cargo mit langem Radstand erhält durch zusätzliche 19 Zentimeter einen um einen halben Kubikmeter größeren Laderaum, insgesamt 4,4 Kubikmeter Stauraum und bis zu 697 kg Zuladung. Er wird mit Heck- oder Allradantrieb angeboten und soll im Herbst 2026 in die Schweiz kommen. Mit der Studie ID. Buzz Autonomous Delivery zeigte VW zudem, wie fahrerlose Lieferungen im urbanen Umfeld, in der Ersatzteillogistik oder im Lebensmitteltransport als künftiger Ansatz für Transport as a Service aussehen könnten. Für den sofortigen Einsatz präsentierte VW auch Lösungen wie einen e-Caravelle mit langem Radstand als Taxi, einen Krankenwagen auf e-Transporter-Basis und einen Amarok für Feuerwehraufgaben.

Auch andere Hersteller nutzten die Messe für konkrete Elektro-Nutzfahrzeugprogramme. Kia stellte mit dem PV7 sein zweites Modell auf einer vollelektrischen Plattform für leichte Nutzfahrzeuge vor. Der PV7 nutzt eine 800-Volt-Architektur, soll schnelles Laden ermöglichen und bis zu 460 km Reichweite bieten. Für 2027 sind eine Cargo-Version mit 6,1 bis 8,0 Kubikmetern Laderaum und eine Passenger-Variante mit bis zu neun Plätzen angekündigt; ein Umrüstzentrum nahe dem Werk soll kundenspezifische Anpassungen unterstützen. Für 2029 stellt Kia zusätzlich den PV9 in Aussicht. Renault setzt beim neuen Trafic Van E-Tech ebenfalls auf 800 Volt. In 20 Minuten sollen bis zu 280 km Reichweite nachgeladen werden können, im städtischen Einsatz werden bis zu 380 km genannt. Der Trafic ist in der Schweiz ab Ende Oktober 2026 bestellbar und bietet 1,3 Tonnen Nutzlast, 2 Tonnen Anhängelast, bis zu 5,8 Kubikmeter Ladevolumen und eine Ladehöhe von 53 Zentimetern. Eine Jury aus 26 europäischen Ländern kürte ihn auf der IAA zum Van of the Year 2027. Renault plant bis 2028 vier weitere Nutzfahrzeug-Neuheiten neben dem Trafic. Druck kommt auch aus China: Maxus zeigte ein überarbeitetes Transporter- und Pick-up-Programm mit Fokus auf bidirektionales Laden, JAC den Sunray Pro mit bis zu 348 km Reichweite für unter 30.000 Franken, Chery elektrische Vans und Transporter wie den Karry EX7. Auch der bereits früher gezeigte BYD E-Vali und zwei vollelektrische Busse von MG stehen für den wachsenden Wettbewerb. MAN wiederum präsentierte den TGE electrified by Flux mit 4,0 und 5,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Der elektrische Antriebsstrang stammt von Flux Mobility aus Winterthur; genannt werden elektrischer Allradantrieb, eine 119-kWh-Batterie für bis zu 480 km Reichweite sowie elektrische und elektromechanische Nebenantriebe mit bis zu 56 kW für Ambulanzen, Feuerwehren oder kommunale Fahrzeuge.