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Alpine zeigt Ausblick auf die nächste A110: Elektro-Sportwagen mit offenem Hintertürchen

Alpine bereitet die nächste Generation der A110 vor. Eine neue Designskulptur deutet eine aggressivere Formensprache an, während der leichte Sportwagen vor allem als Elektro-Coupé geplant ist.

Tiefes blaues Alpine A110 Coupé als Designstudie in einem Studio, mit breiten Kotflügeln und schmalen LED-Leuchten
Image: AutoScout24 Model Catalog

Alpine arbeitet sichtbar an der nächsten Generation der A110. Der französische Sportwagenhersteller hat einen neuen Ausblick auf das kommende Coupé gegeben – nicht in Form eines seriennahen Showcars, sondern über eine Designskulptur, die Proportionen, Haltung und einige gestalterische Motive andeutet. Parallel dazu mehren sich Hinweise aus Prototypenfahrten, dass die neue A110 deutlich eigenständiger und optisch entschlossener auftreten dürfte als das aktuelle Modell.

Wichtig ist dabei vor allem die technische Richtung: Die nächste A110 soll in erster Linie elektrisch werden. Damit steht Alpine vor einer heiklen Aufgabe. Die heutige A110 ist nicht wegen extremer Leistung berühmt geworden, sondern wegen ihres geringen Gewichts, ihrer Balance und des sehr direkten Fahrgefühls. Genau diese Eigenschaften in ein Elektroauto zu übertragen, ist schwieriger als nur einen starken Motor einzubauen.

Was der neue Ausblick zeigt

Alpine A110 Coupé
1.8 Turbo Pure Image: AutoScout24 Model Catalog

Die gezeigte Designskulptur lässt auf eine schärfere Interpretation der A110 schließen. Das Grundrezept bleibt offenbar erhalten: ein niedriges, zweisitziges Coupé mit klar erkennbarem Sportwagenprofil. Zugleich wirkt die Formensprache muskulöser. Breitere Schultern, stärker betonte Radhäuser und eine flachere, aggressivere Front passen zu dem Eindruck, den auch getarnte Erprobungsfahrzeuge vermitteln.

Alpine dürfte dennoch vorsichtig vorgehen. Die A110 ist für die Marke mehr als nur ein Modellname. Sie verbindet die historische Rallye-Vergangenheit mit der modernen Wiederbelebung der Marke und steht für eine Alternative zu schwereren, leistungsorientierten Sportwagen. Ein zu radikaler Bruch könnte treue Kunden verschrecken; ein zu vorsichtiger Nachfolger würde im Elektrozeitalter dagegen schnell alt wirken.

Die vollständige Vorstellung wird derzeit für Ende 2027 erwartet. Bis dahin ist mit weiteren Teasern, technischen Häppchen und wahrscheinlich auch mehr Prototypen auf öffentlichen Straßen zu rechnen.

Elektroantrieb als Kern, Verbrenner nicht völlig geklärt

Alpine A110 Coupé
1.8 Turbo S Image: AutoScout24 Model Catalog

Der nächste A110 wird seit Längerem als elektrischer Sportwagen erwartet. Das passt zur breiteren Strategie von Alpine, die Marke über mehrere elektrische Modelle auszubauen. Für Käufer bedeutet das: Die A110 wird nicht einfach ein Nachfolger mit modernisiertem Benzinmotor, sondern ein Modellwechsel mit grundlegender technischer Neuausrichtung.

Offen bleibt, ob Alpine zusätzlich eine Version mit Verbrennungsmotor realisieren könnte. Es gibt Hinweise, dass eine solche Variante nicht kategorisch ausgeschlossen ist. Gleichzeitig wäre sie aus regulatorischer und industrieller Sicht kompliziert. Strengere CO₂-Vorgaben in Europa, begrenzte Stückzahlen und hohe Entwicklungskosten sprechen gegen einen komplett eigenständigen Benziner. Sollte Alpine doch eine Verbrenner-Ausführung prüfen, wäre sie wahrscheinlich stark abhängig von Marktbedingungen, Konzernentscheidungen und der Wirtschaftlichkeit kleiner Serien.

Deshalb ist die sicherere Einordnung: Die nächste A110 ist als Elektro-Sportwagen zu erwarten; eine Benzinversion bleibt eine Möglichkeit, aber keine bestätigte Produktzusage.

Die größte Herausforderung: Gewicht

Bei Elektro-Sportwagen steht fast immer die Batterie im Mittelpunkt. Sie bringt Reichweite, aber auch Masse. Genau hier liegt für Alpine das zentrale Problem. Die aktuelle A110 gilt als besonders leichtes Auto in einer Klasse, in der viele Wettbewerber über die Jahre größer und schwerer geworden sind. Ihr Reiz entsteht aus der Kombination von geringem Gewicht, präziser Lenkung, kompakten Abmessungen und einem Fahrwerk, das nicht auf reine Rundstreckenhärte ausgelegt ist.

Ein elektrischer Nachfolger muss diese Philosophie neu übersetzen. Alpine könnte dafür auf eine eher kompakte Batterie setzen, um Gewicht zu sparen, statt ausschließlich mit maximaler Reichweite zu werben. Auch eine intelligente Gewichtsverteilung, ein niedriger Schwerpunkt und fein abgestimmte Rekuperation werden entscheidend sein. Ein Elektroantrieb kann beim Herausbeschleunigen Vorteile bieten, doch ohne ein überzeugendes Fahrgefühl wäre eine A110 nur dem Namen nach eine A110.

Für Enthusiasten ist das der Kern der Nachricht: Nicht die Frage, ob der Wagen elektrisch ist, entscheidet allein über seinen Erfolg, sondern ob Alpine das leichte, kommunikative Wesen des bisherigen Autos bewahren kann.

Warum die neue A110 für Käufer interessant ist

Für potenzielle Käufer ändert sich mit der nächsten Generation einiges. Wer heute eine klassische A110 mit Verbrennungsmotor besitzt oder sucht, erlebt gerade eine Übergangsphase. Das aktuelle Modell könnte langfristig für Sammler interessanter werden, weil es eine der letzten kompakten, leichten Benzin-Sportwagen dieser Art darstellt. Besonders gut erhaltene, seltene oder besonders fahraktive Varianten dürften aufmerksam beobachtet werden.

Gleichzeitig könnte die neue A110 eine neue Käufergruppe ansprechen: Fahrer, die ein Elektroauto suchen, aber keinen großen SUV und keine schwere Luxuslimousine wollen. Der Markt für elektrische Sportwagen ist noch vergleichsweise dünn besetzt, vor allem im kompakten Segment. Viele elektrische Performance-Modelle bieten enorme Beschleunigung, sind aber groß, teuer und schwer. Alpine könnte hier eine Nische besetzen, wenn Preis, Gewicht und Alltagstauglichkeit zusammenpassen.

Noch fehlen jedoch zentrale Daten: Batteriekapazität, Reichweite, Ladeleistung, Leistung, Gewicht, Plattformdetails und Preis sind nicht offiziell bekannt. Auch die Frage, ob der Wagen in mehreren Leistungsstufen kommt, bleibt offen. Bei einem Sportwagen dieser Art sind diese Werte wichtiger als bei vielen Volumenmodellen, weil sie unmittelbar über Charakter und Glaubwürdigkeit entscheiden.

Bedeutung für Alpine und die Branche

Für Alpine ist die nächste A110 ein Schlüsselmodell. Die Marke soll wachsen, darf dabei aber ihre Identität nicht verlieren. Das ist ein Balanceakt: Einerseits muss Alpine profitabler und international relevanter werden. Andererseits lebt die Marke von Glaubwürdigkeit bei Fahrern, die ein Auto nicht nur nach Displaygröße, Assistenzsystemen oder Sprintwerten beurteilen.

Auch für die Branche ist der Wagen interessant. Er zeigt, ob kleinere elektrische Sportwagen eine echte Zukunft haben. Bisher konzentrieren sich viele Hersteller im Elektrosegment auf SUVs, Crossover und hochpreisige Limousinen, weil dort Batteriekosten leichter eingepreist werden können. Ein kompaktes Elektro-Coupé mit fahrdynamischem Anspruch ist schwieriger zu kalkulieren, könnte aber zeigen, dass die Elektrowende nicht zwangsläufig zu uniformen Fahrzeugkonzepten führen muss.

Die neue A110 wird daher mehr sein als ein Modellwechsel. Sie wird ein Test dafür, ob ein traditionsreicher Leichtbau-Sportwagen in die elektrische Ära übertragen werden kann, ohne seinen Charakter zu verlieren. Der Teaser liefert darauf noch keine endgültige Antwort – aber er macht klar, dass Alpine genau diese Frage ins Zentrum des nächsten Kapitels stellt.