Alle Nachrichten

BMW iX4: Elektrischer X4-Nachfolger startet mit bis zu rund 604 PS

BMW überführt das X4-Konzept in die Neue-Klasse-Ära: Der iX4 kombiniert coupéartige SUV-Proportionen mit Elektroantrieb, Allradversionen und hohen Reichweitenangaben.

BMW iX4 als elektrisches SUV-Coupé in Dreiviertelansicht auf einer modernen Straße
AI-generated image: AutoScout24

BMW macht aus dem X4-Konzept ein Elektroauto

BMW hat den iX4 vorgestellt und überträgt damit die Idee des X4 in die elektrische Neue-Klasse-Familie. Das Modell tritt als sogenanntes Sports Activity Coupé an: technisch und konzeptionell ein SUV, optisch aber mit flacherer Dachlinie und stärker coupéartigem Heck als ein klassischer Hochdach-Stromer. Für BMW ist der iX4 damit mehr als nur eine weitere Elektrovariante. Er zeigt, wie die Marke ihre bekannten Karosserie-Nischen in die nächste Plattformgeneration überführt.

Der iX4 folgt auf das bisherige X4-Konzept, allerdings nicht als bloße Elektroversion eines bestehenden Verbrenners. Er gehört zur Neue-Klasse-Generation, die bei BMW für eine neue Elektroarchitektur, neue Software- und Bedienkonzepte sowie effizientere Antriebstechnik steht. Damit rückt das Modell in eine besonders wichtige Zone des Marktes: mittelgroße Premium-SUVs mit sportlicher Optik, hoher Alltagstauglichkeit und zunehmend elektrischem Antrieb.

Leistung: bis zu rund 604 PS im M60

BMW iX4 als elektrisches SUV-Coupé in Dreiviertelansicht auf einer modernen Straße supporting image 1
AI-generated supporting image AI-generated image: AutoScout24

An der Spitze der Baureihe steht eine M60-Version mit bis zu etwa 604 PS. Damit liegt der iX4 leistungsmäßig deutlich über dem, was viele Käufer früher mit einem X4 M oder dessen Performance-Ablegern verbunden haben. Die genaue Abstimmung wird entscheidend sein: Bei einem Elektro-SUV zählt nicht nur die Spitzenleistung, sondern auch, wie konstant die Leistung abrufbar bleibt, wie fein die Rekuperation arbeitet und ob Fahrwerk, Bremsen und Gewicht zusammenpassen.

Für Kunden, die nicht das Topmodell brauchen, ist der iX4 50 xDrive als wichtige Allradvariante relevant. Schon diese Version soll hohe Reichweitenwerte bieten und dürfte für viele Käufer der rationalere Einstieg sein, wenn Preis, Ausstattung und Ladeleistung stimmen. Die xDrive-Bezeichnung signalisiert Allradantrieb, was in dieser Fahrzeugklasse für Traktion, Anhängelast-Erwartungen und Wintertauglichkeit eine wichtige Rolle spielt.

Reichweite: hohe Werte, aber noch mit Einordnung nötig

BMW iX4 als elektrisches SUV-Coupé in Dreiviertelansicht auf einer modernen Straße supporting image 2
AI-generated supporting image AI-generated image: AutoScout24

Bei den Reichweitenangaben werden derzeit Werte von rund 428 Meilen bis hin zu 514 Meilen genannt. Umgerechnet entspricht das grob 689 bis 827 Kilometern. Diese Spanne sollte jedoch nicht vorschnell als Widerspruch verstanden werden, denn Reichweiten hängen stark von Version, Radgröße, Ausstattung, Batteriegröße und Messzyklus ab. Auch regionale Angaben können variieren: Ein WLTP-Wert ist in der Regel nicht direkt mit einem strengeren US-orientierten Verbrauchswert vergleichbar.

Für Käufer ist deshalb vor allem wichtig, welche homologierten Werte BMW für die einzelnen Märkte und Ausstattungen nennt. Große Räder, Performance-Pakete oder besonders breite Reifen können die Reichweite spürbar beeinflussen. Ebenso relevant ist die Ladeleistung, zu der im Zusammenhang mit der Alltagstauglichkeit noch präzise Marktangaben entscheidend sein werden. Ein großer Reichweitenwert ist hilfreich, aber erst in Kombination mit kurzer Ladezeit, stabiler Ladeleistung und effizientem Verbrauch entsteht ein überzeugendes Langstreckenauto.

Warum das für Käufer wichtig ist

Der iX4 trifft einen Markt, in dem viele Kunden nicht nur ein Elektroauto suchen, sondern ein Elektroauto mit vertrautem Premiumgefühl. Das X4-Format war nie die praktischste SUV-Form, aber es sprach Käufer an, die eine erhöhte Sitzposition, markantes Design und sportlichere Proportionen wollten. Genau diese Zielgruppe wandert nun in Richtung Elektroantrieb, ohne zwingend auf ein sachlich gezeichnetes Familien-SUV umzusteigen.

Für Privatkunden bedeutet der iX4: mehr Auswahl im Segment der elektrischen Premium-SUV-Coupés. Für Dienstwagenfahrer könnten Reichweite, Leistung und Markenimage eine wichtige Kombination sein, sofern Leasingraten und Restwertprognosen attraktiv ausfallen. Für bisherige X4-Besitzer ist das Modell ein Hinweis darauf, dass BMW die Formensprache und Positionierung des X4 nicht aufgibt, sondern in eine neue Antriebsgeneration überführt.

Konkurrenz und Segmentdruck

Der iX4 wird sich nicht in einem leeren Feld bewegen. Elektrische Premium-SUVs und SUV-Coupés sind inzwischen ein Kernsegment, in dem deutsche Hersteller, neue Elektro-Marken und etablierte Luxusmarken um Kunden konkurrieren. BMW muss hier mehrere Dinge gleichzeitig liefern: hohe Effizienz, überzeugende Software, schnelles Laden, präzise Fahrdynamik und eine Innenraumqualität, die den Preis rechtfertigt.

Gerade das coupéartige SUV-Format ist für Hersteller attraktiv, weil es häufig höhere Margen ermöglicht. Für Käufer ist es dagegen eine Abwägung. Die flachere Dachlinie kann den Kofferraum und die Kopffreiheit im Fond einschränken, bringt aber ein emotionaleres Erscheinungsbild. Wer maximale Praktikabilität sucht, wird vermutlich eher zu einem konventioneller geschnittenen Elektro-SUV greifen. Wer Design und Auftritt höher gewichtet, dürfte den iX4 interessanter finden.

Neue Klasse als Prüfstein für BMW

Der iX4 ist auch industriepolitisch interessant, weil er die Neue-Klasse-Strategie in ein volumenstarkes Premiumsegment trägt. BMW hat lange auf flexible Plattformen gesetzt, die Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroautos parallel ermöglichen. Mit der Neue Klasse verschiebt sich der Fokus stärker auf reine Elektroarchitekturen. Das kann Vorteile bei Package, Effizienz, Batterieraum, Softwareintegration und Kostenstruktur bringen.

Ob diese Vorteile beim iX4 spürbar werden, hängt von den finalen technischen Daten ab. Entscheidend sind nicht nur PS und Reichweite, sondern auch Batteriechemie, Ladefenster, Thermomanagement, Effizienz bei Autobahntempo und Over-the-Air-Fähigkeiten. Ebenso wird sich zeigen, wie BMW das Bedienkonzept umsetzt und ob klassische Markenwerte wie Lenkgefühl, Sitzposition und Fahrwerksabstimmung im Elektrozeitalter erhalten bleiben.

Noch offene Punkte

Preise, genaue Marktstarts, vollständige Ausstattungsdetails und endgültige Reichweitenwerte je Markt sind für die Kaufentscheidung noch zentral. Auch Angaben zu Batteriekapazität, Ladeleistung, Anhängelast und Kofferraumvolumen werden den praktischen Nutzen bestimmen. Beim Topmodell M60 wird zudem interessant, ob BMW den Fokus stärker auf Sprintwerte oder auf wiederholbare Performance legt.

Fest steht: Mit dem iX4 bekommt das elektrische BMW-Angebot ein Modell, das bewusst nicht nur Vernunftkäufer ansprechen soll. Es bringt die X4-Formel in die Elektroära und dürfte für Kunden spannend sein, die ein sportlich gezeichnetes Premium-SUV mit großer Reichweite suchen. Für BMW ist der iX4 ein wichtiger Baustein, um zu zeigen, dass die Neue Klasse nicht nur effizienter und moderner sein soll, sondern auch vertraute Markenrollen neu besetzen kann.