Kind-im-Auto-Erkennung: ADAC-Test zeigt Grenzen
Child-Presence-Detection-Systeme sollen Kinder und Tiere in geparkten Autos erkennen. Ein ADAC-Test zeigt aber Schwächen bei Neugeborenen in rückwärts gerichteten Sitzschalen.
Child-Presence-Detection-Systeme sollen verhindern, dass Kinder oder Tiere in geparkten Autos übersehen werden. Ein Test des ADAC zeigt jedoch, dass die Technik noch nicht in allen Situationen zuverlässig arbeitet. Zwar erkannten alle geprüften Fahrzeuge den Dummy eines einjährigen Kindes. Deutlich schwieriger war aber ein Neugeborenen-Dummy in einer rückwärts gerichteten Sitzschale: Keines der direkten Systeme erkannte ihn zuverlässig.
Der ADAC unterscheidet zwischen indirekten und direkten CPD-Systemen. Indirekte Lösungen werten unter anderem Gurtschlossstatus, Sitzbelegung und Türöffnungen aus. Direkte Systeme nutzen Radar, um Bewegungen wie die Atmung zu erkennen. Im Test funktionierte die Erkennung besser, wenn die Sitzschale mit dem Fahrzeuggurt befestigt war statt per Isofix. Die Untersuchung zeigt damit, dass unterschiedliche Insassen-, Sitz- und Einbaukonfigurationen weiterhin eine technische Herausforderung darstellen.
CPD-Systeme können eine zusätzliche Sicherheitsstufe bieten, ersetzen aber nicht die Verantwortung von Eltern und Betreuungspersonen. Bei warmen Temperaturen sollten Babys, Kinder und Tiere nicht allein im Auto bleiben, auch nicht für kurze Erledigungen. In einem geschlossenen Fahrzeug kann Hitze schnell zu gesundheitlichen Schäden führen, im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang.
Thule bringt vernetzte Kindersitze
Parallel zum ADAC-Test hat Thule Connected Car Seats angekündigt, die ab 1. September erhältlich sein sollen. Das sensorbasierte System ist nicht an ein bestimmtes Fahrzeugmodell gebunden und überwacht nach Herstellerangaben kritische Installationsschritte bis hin zur korrekten Straffung des Gurts. Hinweise, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Warnungen erscheinen auf dem Smartphone und im Infotainmentdisplay des Fahrzeugs. Hintergrund ist, dass laut Versicherungen fast 50 Prozent aller Kindersitze falsch eingebaut werden. Zu lockere Gurte betreffen demnach 30 Prozent der Babys und 40 Prozent der Kleinkinder. In der Schweiz werden die Connected Car Seats by Thule ab 309.95 Franken angeboten.


