Bovensiepen Spider: Limitierter BMW-Z4-Roadster mit 429 PS
Der neue Bovensiepen Spider nutzt den eingestellten BMW Z4 als Basis, bringt 429 PS, 183 mph Spitze und eine Kleinserie von nur 99 Exemplaren.

Ein neuer Roadster auf einer auslaufenden Basis
Der BMW Z4 ist erst vor kurzer Zeit aus der Produktion gegangen, doch ganz verschwunden ist die offene Zweisitzer-Idee aus München offenbar noch nicht. Mit dem Bovensiepen Spider entsteht auf Basis des letzten Z4 ein stark veredelter Roadster, der sich an Kunden richtet, die klassische Sportwagenproportionen, Hinterradantriebs-Flair und ein Stoffdach weiterhin höher bewerten als SUV-Format oder reine Effizienzwerte.
Bovensiepen plant lediglich 99 Exemplare des Spider. Damit ist das Modell weniger ein reguläres Serienauto als eine Kleinserie für Sammler und Enthusiasten. Der Preis wird in Großbritannien in der Nähe von 100.000 Pfund eingeordnet. Konkrete Details zu Verfügbarkeit, Auslieferungszeitpunkt und möglichen Kontingenten für einzelne Märkte sind noch nicht vollständig bekannt.
429 PS und bis zu 183 mph

Technisch bleibt die Nähe zum BMW Z4 klar erkennbar, doch Bovensiepen positioniert den Spider oberhalb des früheren Serienmodells. Genannt werden 429 bhp, also rund 435 PS nach metrischer Rechnung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 mph, umgerechnet etwa 295 km/h. Damit rückt der Wagen in einen Bereich, der deutlich über dem liegt, was viele klassische Roadster-Käufer in dieser Fahrzeugklasse bisher gewohnt waren.
Die Leistungsdaten sind dabei nur ein Teil der Geschichte. Der Z4 war zuletzt einer der wenigen verbliebenen kompakten Premium-Roadster mit längs eingebautem Motor, Hinterradantrieb und konventionellem Fahrspaßanspruch. Dass eine Spezialmarke genau dieses Auto als Grundlage nutzt, zeigt, welchen Stellenwert die Plattform bei Fahrdynamik-Fans noch besitzt – auch wenn BMW selbst bislang keinen direkten Nachfolger angekündigt hat.
Design mit mehr Eigenständigkeit

Der Bovensiepen Spider ist nicht einfach ein Z4 mit stärkerem Motor und anderem Emblem. Die Karosserie erhält mehrere sichtbare Änderungen, die das Auto sportlicher und exklusiver wirken lassen sollen. Dazu gehören ein neu gestalteter Frontbereich mit zweistufigem Splitter, ein ausgeprägter Ducktail-Spoiler am Heck und ein geänderter Diffusor. Auch 20-Zoll-Schmiederäder gehören zum Auftritt des Roadsters.
An der Gestaltung war Frank Stephenson beteiligt, ein Designer mit Erfahrung bei Hochleistungs- und Luxusfahrzeugen. Ziel des Projekts ist ein sportlicherer, aber nicht überladener Look. Das ist bei einem Umbau auf Z4-Basis entscheidend: Der ursprüngliche Roadster hatte eine relativ klare, lange Motorhaube, ein knappes Heck und eine niedrige Gürtellinie. Ein zu aggressiver Umbau hätte diese Proportionen leicht beschädigen können. Bovensiepen setzt deshalb auf markante, aber in die Grundform integrierte Elemente.
Innenraum: Luxus statt reiner Rennstrecken-Optik
Der Spider soll nicht nur schneller, sondern auch hochwertiger wirken. Der Innenraum wird als aufwendig beledert beschrieben und dürfte sich damit deutlich vom Serien-Z4 abheben. Genau diese Mischung ist typisch für Fahrzeuge aus dem Umfeld der Bovensiepen-Familie: mehr Leistung, aber nicht zwingend ein kompromissloser Trackday-Ansatz. Stattdessen steht die Idee eines schnellen, kultivierten Reisewagens im Roadster-Format im Vordergrund.
Für Käufer bedeutet das: Der Spider ist kein Ersatz für ein günstiges Cabrio und auch kein puristischer Leichtbau-Sportwagen im Stil eines Lotus. Er zielt auf Kunden, die einen seltenen offenen Sportwagen mit vertrauter BMW-Technik, gehobenem Finish und Manufaktur-Anmutung suchen. Der Preis nahe der sechsstelligen Pfund-Marke unterstreicht diesen Anspruch.
Bovensiepen baut seine eigene Modellwelt auf
Der Spider ist erst das dritte Modell der jungen Marke. Zuvor wurden bereits ein stark modifiziertes Coupé auf Basis des BMW M4 und ein Hochleistungs-Kombi auf Grundlage des BMW M5 Touring vorgestellt. Diese Reihenfolge zeigt eine klare Strategie: Bovensiepen sucht sich leistungsfähige BMW-Plattformen aus und entwickelt daraus exklusive Derivate mit eigener Gestaltung und höherem Leistungsanspruch.
Der Name Bovensiepen ist eng mit Alpina verbunden, jener Marke, die jahrzehntelang für besonders schnelle, komfortorientierte BMW-Interpretationen stand. Der neue Spider ist deshalb auch für die Branche interessant. Er zeigt, dass nach der engeren Einbindung von Alpina in den BMW-Konzern weiterhin Raum für unabhängige, sehr kleine Premium-Projekte rund um BMW-Technik besteht. Solche Autos bedienen keine großen Stückzahlen, können aber Markenimage, Sammlerinteresse und Enthusiastenbindung stark beeinflussen.
Warum der Spider für Käufer und Fans relevant ist
Der Markt für klassische Roadster ist deutlich kleiner geworden. Viele Hersteller investieren lieber in Elektro-SUVs, Crossover oder besonders profitable Luxusmodelle. Offene Zweisitzer mit Verbrennungsmotor sind dagegen teuer zu entwickeln, schwer global zuzulassen und verkaufen sich oft nur in überschaubaren Mengen. Der ausgelaufene BMW Z4 ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung: beliebt bei einer treuen Zielgruppe, aber nicht mehr selbstverständlich Teil der Modellplanung.
Genau deshalb ist der Bovensiepen Spider mehr als eine exklusive Tuning-Variante. Er konserviert eine Fahrzeugart, die im Neuwagenmarkt seltener wird: kompakt, offen, leistungsstark und emotional. Wer einen solchen Wagen neu kaufen möchte, bekommt immer weniger Auswahl. Gleichzeitig dürfte die limitierte Auflage von 99 Stück dafür sorgen, dass der Spider eher in Sammlergaragen als auf großen Stückzahlen im Straßenbild landet.
Für Besitzer eines regulären BMW Z4 kann der Spider zudem die Wahrnehmung des Basismodells stärken. Wenn eine Spezialmarke die Plattform für ein hochpreisiges Kleinserienauto auswählt, bestätigt das die technische und emotionale Qualität des Ausgangsfahrzeugs. Für Gebrauchtwagenkäufer könnte das Interesse am letzten Z4 zusätzlich stützen, insbesondere an leistungsstarken Varianten mit guter Ausstattung.
Ein Abschiedsgruß mit Sammlerpotenzial
Der Bovensiepen Spider kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der klassische Verbrenner-Roadster zunehmend wie ein Auslaufmodell wirkt. Seine Kombination aus 429 PS, knapp 295 km/h Spitze, überarbeitetem Design und extrem limitierter Stückzahl macht ihn zu einem Spezialangebot für eine kleine Kundengruppe. Er wird den Rückzug solcher Autos aus dem Massenmarkt nicht umkehren. Er zeigt aber, dass es weiterhin Nachfrage nach handwerklich veredelten, offenen Sportwagen gibt – selbst dann, wenn die Großserienhersteller längst andere Prioritäten setzen.



