Alfa Romeo Cuorerosso zeigt künftige Designstrategie
Die Studie Cuorerosso ist nicht für die Serie geplant, soll aber Alfas nächste Design- und Bedienphilosophie vorzeichnen – mit weniger großen Displays und mehreren Antriebsoptionen.

Alfa Romeo plant keine Serienversion des Cuorerosso, nutzt die Studie aber als Leitbild für die nächste Modellgeneration. Das Showcar soll unter dem Begriff „Bellezza Necessaria“ zeigen, wie die Marke Form, Bedienung und Antrieb künftig versteht. Das Designteam begann mit einem 3D-Grundkörper ohne Räder, Verglasung und Anbauteile; erst danach kamen klassische Alfa-Merkmale wie der Scudetto-Grill und das abgeschnittene Heck, die Coda Tronca, hinzu. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,28 und damit eher in einem praxisnahen Bereich als auf Rekordniveau.
Innenraum mit weniger Bildschirmdominanz
Im Cockpit stellt sich Alfa Romeo gegen den Trend zu sehr großen Displays. Markenchef Santo Ficili lehnt „Heimkino-Displays“ ab und setzt stattdessen auf weniger Ablenkung sowie mehr analoge Bedienelemente mit haptischem Feedback. Im Cuorerosso kombiniert das „Magma Display“ eine digitale Touchfläche mit Drehreglern, Kippschaltern und einer Fahrmoduswahl; auch „Quadrifoglio“ ist dort als Modus vorgesehen. Das Instrumentensystem „Cannocchiale Vivente“ arbeitet mit zwei Rundanzeigen: Im Modus „Concentrato“ können sie mechanisch zu einer Einheit zusammengeführt werden, im Modus „Immersivo“ erscheinen sie getrennt. Die angezeigte Informationsmenge soll bewusst reduziert werden.
Multi-Energy statt einer festen Antriebslösung
Beim Antrieb kommuniziert Alfa Romeo keine fertige Serienauslegung, sondern eine Multi-Energy-Strategie. Genannt werden batterieelektrische Antriebe, Plug-in-Hybrid, Mildhybrid und Vollhybrid, damit unterschiedliche Märkte und Fahrzeugsegmente abgedeckt werden können. Als mögliche Spitzenlösung nennt die Marke einen 2,9-Liter-V6 als Vollhybrid mit Q4-Allradantrieb, Wandlerautomatik und Carbon-Kardanwelle. Angaben zu Leistung, Batteriegröße, elektrischer Reichweite oder Fahrleistungen gibt es nicht. Ficili ordnet die Elektrifizierung als Mittel ein, die Sportlichkeit im Sinne der Alfa-Romeo-Philosophie zu unterstützen.
Serienfahrplan ab 2027
Für die bestehenden Modelle nennt Alfa Romeo einen konkreten Horizont: Giulia und Stelvio sollen bis 2027 weiterlaufen, einschließlich der Quadrifoglio-Versionen. Danach ist für 2027 ein neues C-SUV vorgesehen; später soll ein Schrägheckmodell im C-Segment folgen, dessen Charakter an 147 und Giulietta anknüpft. Der Cuorerosso dient dabei nicht als direkte Blaupause für Karosserieformen. Ficili verweist darauf, dass Coupé-Proportionen nur begrenzt auf SUV übertragbar sind und ein Kompaktmodell deutlich kürzer ausfallen würde als die 4,70 Meter lange Studie. Zusätzlich plant Alfa Romeo über Bottegafuoriserie ein neues „Hero-Car“ als Kleinstserien-Sportwagen, das ausdrücklich kein Nachfolger des Cuorerosso sein soll.

